Wie schreiben blinde Menschen Textnachrichten?

Moth
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In der heutigen vernetzten Welt fragen sich viele oft, wie blinde Menschen Textnachrichten schreiben oder ob sie überhaupt Nachrichten schreiben können. Das Schreiben von Textnachrichten ist ein lebenswichtiges Kommunikationsmittel, und für Blinde hat die Technologie große Fortschritte gemacht, um sicherzustellen, dass sie nicht ausgeschlossen werden. Dieser Artikel taucht ein in die faszinierende Welt des Textens für Blinde und erkundet die fortschrittlichen Werkzeuge und Anwendungen, die es blinden Menschen ermöglichen, mit Leichtigkeit zu texten und zu tippen. Von Sprach-zu-Text-Software bis hin zu Braillezeilen werden wir untersuchen, wie diese Innovationen blinde Menschen befähigen, im digitalen Zeitalter effektiv zu kommunizieren. Begleiten Sie uns, während wir die Frage beantworten: Wie tippen und texten blinde Menschen?

Herausforderungen bei herkömmlichen Geräten zum Texten

Herkömmliche Geräte zum Schreiben von Textnachrichten, wie Feature-Phones mit physischer Tastatur, waren früher gängig für die mobile Kommunikation. Diese Geräte haben normalerweise einen kleinen Bildschirm und eine physische Tastatur, die die T9-Eingabemethode verwendet, bei der jede Zahlentaste mehrere Buchstaben repräsentiert. Einige Feature-Phones verfügen über eine vollständige QWERTZ-Tastatur, ähnlich der auf Computertastaturen.

Allerdings stellen diese Geräte mehrere Herausforderungen für blinde Nutzer dar:

  1. Kleine Tastengröße und enger Abstand: Die Tasten auf Feature-Phones sind typischerweise klein und eng beieinander. Für eine sehbehinderte Person kann es schwer sein, diese Tasten auseinanderzuhalten, insbesondere wenn die Tasten keine deutlichen taktilen Markierungen haben.
  2. Navigation in der Benutzeroberfläche: Ohne visuelle Anhaltspunkte kann das Navigieren durch die Menüs und Funktionen eines Feature-Phones über eine Tastatur umständlich sein. Die Menüsysteme in diesen Telefonen erfordern normalerweise, dass Nutzer Abfolgen auswendig lernen und sich auf akustisches Feedback verlassen, das nicht immer klar oder verfügbar sein mag.
  3. Begrenztes Feedback: Einige Telefone bieten vielleicht akustisches Feedback oder Vibration, aber oft reicht das für einen Nutzer nicht aus, um das Gerät selbstständig zu benutzen. Zum Beispiel kann es schwer sein, ohne es zu sehen, zu bestätigen, ob eine Nachricht gesendet wurde oder die richtige Funktion ausgewählt wurde.
  4. Fehlen von Barrierefreiheits-Funktionen: Ältere Modelle von Feature-Phones beinhalten oft keine modernen Hilfsmittel wie Bildschirmleseprogramme oder Spracherkennung, die für blinde Nutzer entscheidend sind, um effektiv mit ihren Geräten zu interagieren.
  5. Effizienz beim Texten: Das Texten auf einer Tastatur, bei der mehrere Buchstaben mit einer einzigen Taste verknüpft sind (T9-Texting), erfordert mehrere Tastendrücke, um einen einzelnen Buchstaben zu tippen. Dies kann den Kommunikationsprozess erheblich verlangsamen. Diese Methode ist für blinde Nutzer weniger effizient, die nicht schnell sehen können, was sie tippen, und möglicherweise mehr Fehler machen.

Trotz dieser Herausforderungen waren Feature-Phones mit physischen Tastaturen für Sehbehinderte ein wichtiger erster Schritt in die mobile Textkommunikation, bevor fortschrittlichere Barrierefreiheitstechnologien in Smartphones aufkamen. Heute haben adaptive Technologien und die breitere Verfügbarkeit von Smartphones mit umfassenden Barrierefreiheits-Funktionen die traditionellen Methoden größtenteils ersetzt und geben sehbehinderten Nutzern eine effektivere Möglichkeit zur Kommunikation.

Wie texten blinde Menschen?

Barrierefreiheitsfunktionen in Smartphones sind spezielle Werkzeuge und Einstellungen, die die Geräte für Menschen mit verschiedenen Behinderungen nutzbar machen. Für sehbehinderte Nutzer umfassen diese Funktionen Text-zu-Sprache, Sprache-zu-Text, Vergrößerung, hochkontrastigen Text und Bildschirmlesetechnologien. Unternehmen wie Apple und Android integrieren diese Optionen in ihre Betriebssysteme, um sicherzustellen, dass ihre Geräte von Beginn an barrierefrei sind.

Text-zu-Sprache und Bildschirmleseprogramme

Text-zu-Sprache-Technologie (TTS) wandelt Text auf dem Bildschirm in gesprochene Worte um und ermöglicht es sehbehinderten Nutzern, sich die Informationen anzuhören. Diese Technologie ist entscheidend für Nutzer, die sich auf akustisches Feedback verlassen, um mit ihren Geräten zu interagieren.

Bildschirmleseprogramme wie Apples VoiceOver und Androids TalkBack sind fortschrittliche Text-zu-Sprache-Technologien, die für die Navigation auf Smartphones optimiert sind. Sie liefern akustische Beschreibungen von allem auf dem Bildschirm, einschließlich Text und interaktiver Elemente wie Schaltflächen und Regler.

Wie sie funktionieren: Wenn ein Nutzer den Bildschirm berührt, beschreibt das Bildschirmleseprogramm das Element unter seinem Finger. Durch Wischen nach links oder rechts navigiert man durch die Elemente, während ein Doppeltippen ein Element auswählt. Bildschirmleseprogramme haben auch Gestensteuerungen, um Menüs zu öffnen, durch Seiten zu scrollen und mehr. Nutzer können die Sprechgeschwindigkeit anpassen, verschiedene Stimmen wählen und Gesten nach ihren Vorlieben anpassen.

Sprache-zu-Text-Funktionen

Sprache-zu-Text-Technologie (STT), auch Spracherkennung genannt, ermöglicht es Nutzern, Text durch Sprechen einzugeben. Diese Funktion ist besonders nützlich für sehbehinderte Nutzer, da sie die Notwendigkeit des Tippens auf einer Tastatur beseitigt.

Wie sie funktioniert: Nutzer aktivieren die Spracheingabe, sprechen in das Mikrofon des Geräts, und das Gerät wandelt die gesprochenen Worte in Text auf dem Bildschirm um. Dieser Text kann zum Senden von Nachrichten, Erstellen von Dokumenten oder zum Durchsuchen des Internets verwendet werden. Sprache-zu-Text ist in die meisten Smartphone-Sprachassistenten wie Siri, Google Assistant und Bixby integriert, was deren Barrierefreiheit verbessert.

Die Integration von Text-zu-Sprache- und Sprache-zu-Text-Technologien in Smartphones ist entscheidend, um sehbehinderten Nutzern eine effektive und unabhängige Kommunikation zu ermöglichen. Indem sie akustische Ausgabe und sprachgesteuerte Eingabe bereitstellen, können sehbehinderte Nutzer ihre Smartphones unabhängig ohne Hilfe eines Sehenden bedienen. Diese Technologien ermöglichen es Nutzern, Textnachrichten und E-Mails zu senden und zu empfangen und sogar soziale Medien zu nutzen, genau wie sehende Personen. Barrierefreiheits-Funktionen stellen sicher, dass sehbehinderte Menschen Informations- und Kommunikationstechnologie genauso nutzen können wie jeder andere und unterstützen ihr Recht auf Information und Inklusion.

Braillezeilen

Eine Braillezeile ist ein Gerät, das sich über USB oder Bluetooth mit einem Computer oder Smartphone verbindet und den Text in eine Brailleschrift umwandelt. Es verfügt über eine Reihe von Zellen, von denen jede kleine Stifte hat, die sich nach oben und unten bewegen, um Braillezeichen zu bilden. Während der Nutzer Text auf dem Bildschirm liest, ändern sich diese Stifte, um den aktuellen Text anzuzeigen.

Braillezeilen können auf verschiedene Arten mit anderen Geräten verbunden werden:

  • Kabelgebundene Verbindungen: Man kann Braillezeilen über ein USB-Kabel mit Computern oder Smartphones verbinden.
  • Drahtlose Verbindungen: Viele neuere Braillezeilen nutzen Bluetooth-Technologie, was eine Verbindung ohne Kabel ermöglicht und sie einfacher zu benutzen und tragbarer macht.

Braille-Tastaturen

Braille-Tastaturen ermöglichen es Nutzern, direkt in Braille in ihre Geräte zu tippen. Diese Tastaturen haben normalerweise weniger Tasten als Standardtastaturen, wobei jede Taste einen der sechs Punkte repräsentiert, die in der Brailleschrift verwendet werden. Nutzer drücken verschiedene Kombinationen dieser Tasten, um Braillezeichen zu erzeugen, die das Gerät dann in Text umwandelt.

Das Tippen auf Braille-Tastaturen ist für diejenigen, die Braille beherrschen, schnell und benutzerfreundlich. Diese Tastaturen haben oft zusätzliche Tasten oder Gesten für Aktionen wie Leerzeichen einfügen, Löschen, Eingabe und Bewegen durch den Text, was die Textbearbeitung erleichtert, ohne den Bildschirm sehen zu müssen.

Mobile Technologien und Apps für Blindes Texten

Das Feld der Mobiltechnologie hat große Fortschritte bei der Entwicklung von Apps und Software gemacht, die den spezifischen Bedürfnissen sehbehinderter Nutzer gerecht werden. Diese spezialisierten Werkzeuge zielen darauf ab, die Barrierefreiheit zu verbessern, die Kommunikation zu erleichtern und das gesamte Nutzererlebnis für Menschen mit Sehbehinderung zu steigern.

Spezialisierte Apps für Sehbehinderte Nutzer

  • VoiceOver und TalkBack: Dies sind eingebaute Bildschirmleseprogramme für iOS bzw. Android. Sie sind für sehbehinderte Nutzer entscheidend, weil sie eingehende Nachrichten, Benachrichtigungen und allen anderen Bildschirminhalt vorlesen.
  • Seeing AI: Diese von Microsoft entwickelte App verwendet die Smartphone-Kamera, um Text aus der realen Welt zu erkennen und vorzulesen. Sie kann den Inhalt von Dokumenten, E-Mails beschreiben und sogar Produkte identifizieren, indem sie deren Barcodes liest.
  • EasyTexting: Diese App vereinfacht die Texting-Oberfläche und macht sie für Nutzer mit Sehbehinderung zugänglicher. Sie verfügt über große, hochkontrastige Schaltflächen und bietet Sprachfeedback zur Bestätigung von Nutzeraktionen.
  • Big Launcher: Eine benutzerdefinierte Oberfläche für Android, die große, leicht lesbare Symbole und vereinfachte Menüs enthält, um sehbehinderten Nutzern die Navigation auf ihrem Telefon zu erleichtern.

Neue und Aufkommende Technologien

  • BrailleTouch: Eine innovative App, die den Smartphone-Bildschirm in eine Braille-Tastatur verwandelt. Nutzer können Braille auf ihrem Touchscreen tippen, und es wird in Text für das Texten, E-Mailing oder Notizenmachen umgewandelt.
  • AIRA: Dieser Dienst verwendet Smart Glasses oder die Handykamera, um Echtzeithilfe von menschlichen Agenten bereitzustellen. Der Agent sieht, was die Kamera einfängt, und gibt akustische Informationen, um bei Aufgaben wie Navigation, Lesen von Texten oder Identifizieren der Umgebung zu helfen.
  • E-Textilien und Smart Fabrics: Diese aufkommenden Technologien in intelligenten Textilien zeigen Potenzial zur Verbesserung der Barrierefreiheit. Einige intelligente Stoffe können ihre Textur ändern, um Informationen zu übermitteln oder Navigationshinweise durch taktiles Feedback zu geben.
  • KI-gestützte visuelle Assistenz-Apps:
  • Envision AI: Diese App verwendet künstliche Intelligenz, um die visuelle Umgebung zu beschreiben. Sie kann Texte von jeder Oberfläche lesen, Gesichter erkennen und Szenen beschreiben, was extrem hilfreich für die Navigation an neuen Orten ist.
  • Be My Eyes: Diese App verbindet blinde und sehbehinderte Nutzer über Videoanrufe mit sehenden Freiwilligen. Freiwillige helfen bei visuellen Aufgaben wie dem Lesen von Verfallsdaten auf Produkten, der Navigation in öffentlichen Bereichen oder der Lösung von Technologieproblemen.

Diese Technologien helfen nicht nur beim Texten und bei der Kommunikation, sondern erweitern auch erheblich die Unabhängigkeit sehbehinderter Nutzer. Während sich diese Technologien weiterentwickeln, versprechen sie, sich noch stärker in tägliche Aktivitäten zu integrieren und es sehbehinderten Menschen zu ermöglichen, vollständiger an der Welt um sie herum teilzunehmen.

Ermächtigende Kommunikation

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Fragen, wie blinde Menschen texten, ob blinde Menschen texten können und wie sie tippen, durch die bemerkenswerten Fortschritte in der assistiven Technologie beantwortet werden. Das Texten für Blinde ist heute dank Werkzeugen wie Bildschirmleseprogrammen, Braillezeilen und Sprache-zu-Text-Technologien zugänglicher denn je. Diese Innovationen befähigen blinde Menschen, Nachrichten zu senden und digital zu kommunizieren, und fördern so größere Unabhängigkeit und Inklusion. Während wir weiterhin neue Technologien erforschen und entwickeln, wird die Fähigkeit blinder Menschen, zu texten und zu tippen, nur noch reibungsloser und stärker in den Alltag integriert werden.

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